Gebrauchsanweisung

Gebrauch der Komposttoilette

Unsere Komposttoiletten können ganzjährig verwendet werden. Die sachgemäße Verwendung der Komposttoilette führt zu einer effizienten Umsetzung der Biomasse. Wegen des groß dimensionierten Fassungsvermögens des Bioreaktors wird eine günstige Wärmeentwicklung und die damit verbundene rasche Zersetzung möglich. Die Biomasse verliert so sehr schnell an Volumen.

Der Kompostierungsprozess beginnt sobald sich der Bioreaktor etwa bis zur Hälfte gefüllt hat und die Temperatur im Inneren der Biomasse über die Lufttemperatur steigt. Nach dem Einsetzen der Kompostierung erreicht die Biomasse in etwa 8-10 Wochen die Qualität eines Frischkomposts.

Der Flüssigkeitsanteil reduziert sich durch die Erwärmung der Kompostmasse und die dadurch herbeigeführte Verdunstung und Entlüftung. Die Biomasse sollte niemals komplett austrocknen. In extremen Hitzeperioden kann eine Anfeuchtung daher Vorteilhaft sein.

Die Biomasse kann bei starkem Frost einfrieren. Weder die Komposttoilette noch die Biomasse kann durch Frost beschädigt werden. Der Umsetzungsprozess wird fortgesetzt, wenn die Temperaturen wieder ansteigen.

Die Entlüftung der Komposttoilette wird mittels Windsog und Temeraturgradient in den Entlüftungsrohren autark gesteuert. Die Entlüftung kann nur richtig funktionieren, wenn der Sitzdeckel geschlossen gehalten wird.

Durch die Bioreaktorkernlüftung wird der für den Kompostierungsprozess notwendige Sauerstoff in die Mitte der Biomasse geleitet, um die aerobe Kompostierung zu unterstützen. Die Bioreaktorkernlüftung ist zu Beginn des Prozesses sichtbar, wird aber im Laufe der Zeit durch die Kompostmasse bedeckt.

Entleeren des Kompostklos

Entleeren Sie den Bioreaktor, indem Sie etwas ausgereiften Kompost oder fertige TerraPreta aus der Entnahmeklappe entnehmen. Der Bioreaktor sollte jedoch stets mindestens bis zur Hälfte gefüllt bleiben.

Was kann in der Komposttoilette umgesetzt werden

Unsere Komposttoiletten sind für die Kompostierung von Toilettenabfällen als auch von Garten- und biologischen Haushaltsabfällen konzipiert. Die Zugabe von Küchenabfällen intensiviert den Kompostierungsprozess, da sie die Nährstoffpalette des Komposts bereichern. Bedecken Sie Küchenabfälle mit Streumaterial.

Die Temperatur im Bioreaktor wird durch Mikroorganismen erhöht. Deren Aktivität wird ebenfalls durch die kontinuierliche Zugabe von verschiedenartiger Biomasse wie Garten- oder Küchenabfall unterstützt. Je bunter die Mischung und je kleiner die Stückchen desto größer wird die angreifbare Oberfläche der Biomasse für die Mikroben. Geben Sie nie zu große Mengen einer Abfallsorte zu. Füllen Sie daher in den Bioreaktor nicht mehr als ca. 5 cm dicke Schichten von ein und derselben Biomasse ein – z.B. wenn große Mengen Rasenschnitt anfallen.

Geben Sie keine Materialien in die Humustoilette, die den Kompostierungsprozess beeinträchtigen könnten.

Das darf in die Komposttoilette:

  • natürlich die menschlichen Hinterlassenschaften Urin und Fäzes – ungetrennt wie beim WC
  • zerkleinertes frisches Holz oder Einstreu aus Hobel- oder Sägespänen (liefert Kohlenstoff um die hohe Stickstoff-Fracht des Urins auszugleichen und ist notwendig um gutes C/N-Verhaltnis in der Biomasse zu erreichen)
  • feine Holzkohle wenn TERRA PRETA entstehen soll
  • Stallmist
  • Humus
  • Muttererde
  • Komposterde
  • Holzspäne
  • Bokashi
  • Urgesteinsmehl – Steinmehl
  • ein wenig Holzasche schadet nicht
  • Torf – Achtung: Biotope werden durch Torfabbau zerstört!
  • Toilettenpapier, am besten Recyclingpapier
  • Papier / Pappe
  • Rasenschnitt (nicht mehr als 20%)
  • Laub (nicht mehr als 20%)
  • Gartenabfälle, Pflanzenreste, Bioabfall
  • feiner Strauchschnitt
  • Küchenabfälle
  • Gemüse
  • Obst, Obstschalen wenn ungespritzt
  • Eierschalen
  • Kaffeefilter
  • Teebeutel
  • Papiertaschentücher
  • Biomüllbeutel
  • Schnittblumen
  • Erde
  • Katzenstreu
  • Heu
  • Stroh
  • Zwiebelschalen und Kaffesatz
  • Feuchttücher
  • Baldrian, Beinwell, Scharfgarbe, Brennnesseln, Löwenzahn sowie Farnwedel beschleunigen auf natürliche Weise den Verrottungsprozess.

Das sollte nicht in die Komposttoilette:

  • Metalle
  • anorganischer Abfall
  • Damenbinden
  • Tampons
  • Chemikalien
  • zuviel Kalk
  • Reinigungsmittel
  • Kohlenasche (und wenn doch dann nur allerkleinste Quantitäten)
  • Filterzigarettenkippen
  • Zündholzer
  • tierische Abfälle wie Käse, Wurst, Fleisch oder Knochen
  • Windeln (vielleicht sind kompostierbare Hygieneartikel schon erfunden?)
  • speziell nichtkompostierbare Katzenstreu
  • Staubsaugerbeutel
  • gespritzte Obstschalen
  • Handys (soll schon vorgekommen sein)

Verwendung von Streumaterial

Nach der Benutzung der Komposttoilette – auch nach dem kleinen Geschäft – sollten ca. 0,5 bis 1 Liter Toilettenstreu zugegeben werden. Die neue Biomasse wird damit abgedeckt, Feuchtigkeit gebunden, Gerüche werden zuverlässig verhindert und das Kohlenstoff / Stickstoff – Verhältnis für die Kompostierung optimiert.

Ein sorgfältiger Einsatz von Trockenstreu ist für die ordnungsgemäße Funktion der Toilette wesentlich.